FAQ

Mal sehen - ich versuche hier einmal die häufigsten Fragen zu beantworten die bei dem Thema Tretroller aufkommen ...

Ich gehe mal davon aus, das Du die Artikel unter dem Top "Grundlagen" (Anwendung, Fahrtechnik, Modelle ...) bereits gelesen hast! Der aufmerksame und interessierte Leser dieser Seiten wird damit hoffentlich schon einen großen Teil seiner offenen Fragen beantwortet haben!

Trotzdem sind noch Fragen offen?

Ok, ich versuche es mal:

(und sollten noch weitere Fragen offen sein, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , ich beantworte sie gerne, bzw. werde sie hier beantworten - sofern ich das kann!)

 

Warum ist bei vielen Rollern das Hinterrad kleiner als das Vorderrad?

Insbesondere bei Rollermodellen, die für den Wettbewerbssport und zum Fahren von Mittel- und Langstrecken eingesetzt werden, hat sich die Konstruktion mit zwei Radgrößen bewährt.

Durch ein großes Laufrad vorne und ein kleines Hinterrad hinten, ergeben sich in der Praxis folgende Vorteile:
Ein kleineres Hinterrad ermöglicht einen kürzeren Radstand.
Der Rahmen wird dadurch wesentlich steifer und auch leichter!
Durch den kürzeren Radstand wird die Steifigkeit des Hauptrahmens erhöht. Die Gefahr des Aufsetzens des Rahmens (bei gleichzeitig niedrigem Trittbrett) verringert sich dadurch (z. B. bei Bodenwellen) erheblich.
Die Wendigkeit und Agilität erhöht sich.
Die Gefahr nach Ermüdung mit dem Fuß in die Speichen des Hinterrades zu gelangen verringert sich beträchtlich.
Das Handling und der Transport des Rollers ist einfacher.
Die zu bewegende Rotationsmasse wird durch die geringere Masse kleiner, der Roller lässt sich dadurch schneller beschleunigen.

Wie ist es mit der Straßenzulassung, was muss ich beachten?

Muskelkraft betriebene Roller gelten zur Zeit laut Gesetz in Deutschland nicht als Fahrzeug, sondern als Spielzeug bzw. als Sportgerät! Das heißt, ich darf den Roller offiziell nur auf Gehwegen nutzen! Das hat den Vorteil, dass ich z. B. auch Fußgängerzonen oder Wald- und Feldwege befahren darf. Straßen und Radwege dürfen, sofern Gehwege vorhanden sind, lt. bestehendem Gesetz nicht befahren werden! Diese Regel ist natürlich unsinnig, aber zur Zeit leider noch Gesetz - vergleichbar mit dem Status von Inlinerfahren.
Beleuchtung: ist beim Roller zumindest vorne recht einfach anzubringen. Die hintere Beleuchtung kann sinnvollerweise nur am Schutzblech befestigt werden (sofern vorhanden).

Welche Bekleidung ist zum Fahren erforderlich?

Für Kurzstrecken ist normale Alltagsbekleidung ausreichend. Ungünstig sind flatternde Hosen (die in die Speichen geraten können) und Schuhe mit hohen Absätzen. Für sportliche Aktivitäten und das Fahren über längere Strecken empfehlen wir das Tragen von Funktionskleidung. Als Schuhwerk sind Joggingschuhe gut geeignet. Wichtig ist das Tragen eines Helmes! Beim Fahrten über längere Strecken ist die Mitnahme eines Mineralgetränkes sehr wichtig! Man dehydriert beim sportlichen Rollerfahren wesentlich mehr als z. B. beim Fahrradfahren!

Kann ich meinen Roller zum Einkaufen oder Transport von Gepäck benutzen?

Einige Roller sind serienmäßig bereits mit einem Frontkorb ausgestattet. Ein Transport von Waren etc. bis ca. 5 kg Maximalgewicht ist damit möglich. Alle andere Rollermodelle können nachträglich mit einem Korb oder anderen Transportmöglichkeiten aufgerüstet werden.

Warum schauen mir die Anderen so dämlich hinterher wenn ich mit dem Roller unterwegs bin?

1.) die Anderen haben so ein geiles Gefährt noch nie/nicht so oft gesehen
2.) siehst Du einfach unglaublich gut auf dem Tretroller aus
3.) sieht der Tretroller einfach unglaublich gut unter Dir aus
4.) fühlen sich die Anderen direkt an ihre Kindheit erinnert
5.) trauen die Anderen ihren Augen nicht, einem so großen Tretroller zu begegnen
6.) auch wenn Du unglaublich gut aussiehst - ein Erwachsener auf einem solchen Tretroller sieht einfach unglaublich aus!
7.) die Anderen kennen es nicht!
8.) warte mal einen Moment ab!!! Nach dem "doof-gucken" passiert meist noch etwas komisches über das Du dann herzhaft lachen kannst!

Wie ist ein Roller zu warten?

Ein Roller benötigt im Gegensatz zum Fahrrad sehr wenig Wartung, da kaum rotierende oder für Schmutz anfällige Teile vorhanden sind (keine Kette, Zahnkränze etc.). Normale Pflege wie beim Fahrrad reicht völlig aus.

Wie kann ich meinen Roller gegen Diebstahl sichern?

Am besten mit einem Schloß. Das Schloß (ob Kabel-, Starr- oder Bügelschloß) wird durch den Rahmen geschoben und um eine Laterne etc. geschlungen. Das Vorder- und Hinterrad kann zusätzlich mit gesichert werden.

Welche Strecken sind mit einem Klein-/Großradroller zu bewältigen?

Kleinradroller sind nur sinnvoll auf Kurzstecken bis ca. 10 km einzusetzen, z. B. in der Innenstadt, auf Messen und auf Betriebsgeländen.
Für Großradroller liegt der sinnvolle Aktionsradius bei ca. 20 - 30 km.
Für Touren, Trainingszwecke oder im Sportbereich sind Tagesstrecken bis zu 60 km oder darüber hinaus gut zu bewältigen.
Auch extreme Entfernungen und Steigungen wurden mit Großradrollern bereits zurückgelegt (z. B. Finnland-Gibraltar, oder von der Ost- zur Westküste der USA).
In der Innenstadt und auf Kurzstrecken ist ein Roller fast jedem Fahrrad überlegen.
Er ist handlicher, agiler, an der Ampel schneller und ein Befahren von Fußgängerzonen ist ebenfalls möglich. Durch das noch einigermaßen handliche Packmaß ist auch eine Mitnahme im Bus oder der Bahn (oder in die Wohnung) möglich.

Kann ich einen Tretroller als Trainingsgerät einsetzen?

Eigentlich kann jeder Tretroller Trainingsgerät genutzt werden. Beim Fahren werden viele verschiedene Muskelgruppen trainiert, vor allem die Bein-, Bauch- und Rückenmuskulatur. Durch die Nutzung der verschieden Geschwindigkeitsbereiche mit unterschiedlichen Konditionsanforderungen ist der Tretroller sowohl für Freizeitsportler als auch für Spitzensportler hervorragend geeignet. Die Trainingseffizenz ist vergleichbar mit Skilanglauf. Nachfolgend einige herausragende Vorteile im Vergleich zum Joggen oder Radfahren.

Vorteile gegenüber Joggen:
Kniebelastung reduziert sich erheblich; Aktionsradius vergrößert sich, dadurch weniger monotones Training; leichterer Einstieg in ein regelmäßiges Training möglich durch geringere Anfangsanforderungen.

Vorteile gegenüber Radfahren:
Kniebelastung reduziert sich erheblich; sehr hohe Trainingseffizienz bei sehr geringem Zeitaufwand; keine kalten Füße im Winter; geringere Gefahr des Auskühlens durch die geringere Geschwindigkeit; minimaler Verschleiß und keine aufwendigen Wartungen; wesentlich mehr Muskelgruppen als beim Radfahren werden beansprucht; keine Sitzbeschwerden.

Wie schnell fährt ein Roller?

Ein Roller hat verschiedene Geschwindigkeitsbereiche.
Grundsätzlich steigt der Kraftaufwand und die Kraftausdauer bei Geschwindigkeiten über ca. 15 km/h stark an.

EBENE:
Geschwindigkeitsbereich 1 - ca. 15 km/h
Sehr effizientes Fahren mit wenig Kraftaufwand möglich. Lange Abstoßfrequenz. Der Roller nutzt die eingesetzte Kraft sehr gut aus und rollt im Verhältnis zur Abstoßfrequenz sehr weit. ("rollt fast von selbst")

Geschwindigkeitsbereich 15 - ca. 24 km/h
Erfordert bereits eine gute Grundkondition, um die Geschwindigkeit zu halten. Kurze Abstoßfrequenz. Gute Fahrtechnik nötig, um die Geschwindigkeit über eine längere Strecke beizubehalten.

Geschwindigkeitsbereich ab ca. 24 - 30 km/h
Spezielle Abstoßtechnik notwendig. Der Fuß wird nicht mehr von vorne nach hinten gezogen, sondern schnellt nur noch nach hinten. Sehr gute Kondition und Fahrtechnik erforderlich, um die Geschwindigkeit zu halten. Sehr kurze Abstoßfrequenz. Aerodynamik / Haltung in diesem Geschwindigkeitsbereich sehr ausschlaggebend.

Geschwindigkeitsbereich über 30 km/h
Nur kurzzeitig auf der Ebene zu erreichen bzw. langes Training erforderlich. Spitzenfahrer erreichen einen Schnitt von ca. 32 km/h auf Marathonstrecken (ca. 42 km)

BERG
leichte Steigung: Geschwindigkeitsbereich 6 - ca. 15 km/h
Erfordert bereits eine gute Grundkondition, um die Geschwindigkeit zu halten. Kurze Abstoßfrequenz. Häufigerer Fußwechsel, gute Fahrtechnik nötig um, die Geschwindigkeit über eine längere Strecke beizubehalten. Für Normaltrainierte jedoch in der Regel kein Problem.

mittlere Steigung: Geschwindigkeitsbereich 6 - ca. 12 km/h
Erfordert bereits eine sehr gute Grundkondition, um die Geschwindigkeit zu halten. Sehr kurze Abstoßfrequenz und ständiger Fußwechsel (3-3), sehr gute Fahrtechnik nötig, um die Geschwindigkeit über eine längere Strecke beizubehalten. Für Normaltrainierte nur kurzzeitig kein Problem. Sehr hohe Pulsfrequenz bei schnellem Fahren!

extreme Steigung: Geschwindigkeitsbereich ab ca. 4 km/h
Theoretisch fahrbar, aber in der Regel nur sehr uneffizient zu fahren. Laufen und Schieben ist wesentlich kraft sparender und genauso schnell. Ob eine extreme Steigung noch effizient fahrbar ist, hängt auch stark vom Bodenbelag ab.

GEFÄLLE
leicht: Geschwindigkeitsbereich ab ca. 20km/h
Der Roller rollt von selber, um zu beschleunigen kann bis ca. 30 km/h noch zusätzlich angestoßen werden. Ab ca. 30 km/h ist ein zusätzliches Abstoßen nicht mehr möglich (man bremst sich mehr ab, als man beschleunigt) Aerodynamische Haltung sehr wichtig. In entsprechender Haltung beschleunigt der Roller von selber. Sehr gute Ausnutzung des Rollverhaltens möglich - hohe Geschwindigkeiten erzielbar!

stark: Geschwindigkeitsbereich ab ca. 30km/h
Der Roller rollt von selber, um zu beschleunigen kann nur noch eine aerodynamische Haltung eingenommen werden. Zusätzliches Abstoßen nicht mehr möglich (man bremst sich mehr ab, als man beschleunigt). Bei entsprechender Haltung sind sehr hohe Geschwindigkeiten > 100 km/h erzielbar! Nur für Profis zu empfehlen, da hohe Sturzgefahr!

Alle vorgenannten Angaben erheben keinen Anspruch auf Aktualität und Vollständigkeit.
Alle Angaben beruhen auf eigenen Erfahrungswerten und sind nur als Anhalt zu betrachten und in keinem Fall verbindlich !
Solltest Du Fragen zum TretrollerSport oder spezifische Fragen, die sich auf das sportliche Fahren mit dem Tretroller beziehen, haben, besuch bitte die Seite des Deutschen Tretroller Verbands e.V. (DTRV).